Woerterbuch.jpgAusdrücke, Werkzeuge, Tätigkeiten, Hilfsmittel und Bezeichnungen in Solinger Platt aus der Schneidwaren-Industrie
gesammelt und erklärt von August Scheidtmann

A | BC | D | E | F | G | H | IJK | L | M | N | O | PQ | R | S | T | UVW | XYZ



Buchstabe M


Mang, Korf: (Korb) Mang = Tragekorb mit zwei seitlichen Griffen, Korf = mit einem Tragebügel.

Mangkmuos: (Durcheinander).

Maschinn: (Maschine) Ende des 19. Jahrhunderts entstanden in Solingen nach und nach bis zu 100 Dampfschleifereien, die M. genannt wurden. Seit dieser Zeit war man nicht mehr ausschließlich auf Wasserkraft angewiesen. In diesen oft recht großen M. wurden über Transmissionen viele  Schleifstellen (manchmal 100-200) angetrieben. Zahlreiche Heimarbeiter hatten hier ihre Schleifstelle angemietet. Anfang des 20. Jh. wurden die Dampfmaschinen nach und nach durch Elektro-Motoren ersetzt.

Matrusen- oder Ankermetz: (Matrosen- oder Ankermesser) Taschenmesser mit einer Klinge, Holzschalen, Eisenerlen u. angeschlagenen Fuhrenbacken ®(ahngeschlagene B.). Die Klinge hat eine gerade Wate und einen zur spitze hin gebogenen Rücken, und die Schalen werden mit einem Schild in Ankerform verziert.

mau: (schlecht) „Et es mau met der Arbeït.“ Es ist nicht viel Arbeit da.

Meddelnaal: (Mittelnagel) Niete an Taschenmessern, die in der Mitte montiert ist und meist der Befestigung der Federn dient.

Meddeldröcker: (Mitteldrücker) Ein- oder mehrteiliges Jagdmesser mit einem feststehenden ®Kniep, der im mittleren Teil des Messers ausgelöst und geschlossen werden kann ®(Schlutkniep).

Messingk: (Messing) Legierung aus Kupfer und Zink. Vielfach werden Taschenmesser-Erle aus Messingblech gefertigt, welches in Platten von 1x2 m und in einer Stärke zwischen 0,5 und 1,5 mm geliefert wird.

Mießel: Verzierung an Taschenmesser-Backen, die der Ausmacher in Form sehr feiner Rillen mit Hilfe der ®Mießelschiff anbringt.

Mießelschiff: (Mießelscheibe) Der Ausmacher benötigt zum Anbringen der Mießel eine Pliestscheibe, die mit hartem Leder bezogen und recht schmal ist (ca. 5-10 mm). Er  beleimt ®(limmen) die Scheibe mit mittelfeinem Schmirgel, hält eine Schablone mit Rillen auf den noch etwas weichen Belag und dreht die Scheibe mit der Hand sehr langsam weiter. Nach dem Aushärten des Leims ist die M. gebrauchsfertig.

Mikrometerschruff: (Mikrometerschraube) Von Taschenmesserreidern sehr häufig gebrauchtes Instrument zur Messung von Klingen, Federn, Backen, Stiften, Nägeln usw. Mit der M. kann man  Genauigkeiten bis @  mm erzielen.

Moder, Motter: (Mutter) z.B. Vierkant-, Sechskant-, Flügel-, Hutmutter. (Vierkankt-, Seßkankt-, Flögel-, Hotmoder oder -motter)

Mönkesmote: (mundgerecht, haargenau).

Mote: (Maß) Op Mote fillen, schliepen. Auf  ein bestimmtes Maß feilen oder schleifen. ®(op Leïsten fillen)

Als Mote wird auch ein Anschlag an Pressen, Bohr- und Fräsmaschinen usw. bezeichnet, an die Werkstücke angelegt werden, um beim Lochen, Bohren usw. Gleichmäßigkeit zu erzielen.

Motfeder: (Maßfeder) Die Feder(n) im Motmetz.

Motkleng:  (Maßklinge) Die Klinge(n) im Motmetz

Motmetz: (Maßmesser) Sozusagen das erste, das Urmesser. Die beiden Erle und die Stifte sind aus Stahl gefertigt. Hierdurch ist das M. sehr stabil und haltbar und kann leicht demontiert werden. Es wird  sorgfältig aufgehoben, um immer wieder vergleichen zu können, ob  nachfolgende Produktionen mit dem M. übereinstimmen.

Müter: Männliche Katze (Kater). In Solinger Platt wird jede Art von Motor als Müter bezeichnet. ®(Kostmüter).

Muken; Dicke Holzbrocken oder Wurzeln. In früheren Zeit konnte man in der Mukendeel (Kneipe) seinen Schnaps aus Muken (stabile Trinkgläser) genießen.

Muppen: Taschenmesser mit  geringerer Qualität werden (etwas verächtlich) M. genannt.

Muppenreïder:  Etwas geringschätzige Bezeichnung für einen Taschenmesser-Reider der einfache, meist einklingige Messer reidet (Muppen).

Murksbroder: (Murksbruder) Weniger präziser Arbeiter, der öfter auch Ausschuss fabriziert.

Muster: Alle Modelle, die in einer Firma gefertigt werden und meist in Musterbüchern abgebildet und beschrieben sind.

Mustermäker: (Mustermacher) Der M. entwirft und gestaltet von Hand neue Modelle. Er muss nicht nur darauf achten, dass die neuen Muster ein gefälliges Dessin erhalten, sondern auch darauf, dass sie mit möglichst kleinem Aufwand machbar sind.

Mustermetz, -tang -scher usw: (Mustermesser, -zange  schere) Ein Ausfallmuster, welches dem Kunden zur Begutachtung vorgelegt wird.

Musterzemmer: (Musterzimmer) Hierin sind meist alle Modelle ausgestellt, die bisher in der Firma hergestellt wurden.

Suche

Wichtig, bitte beachten!

mehr